Nahezu alle evangelischen Jugendlichen lassen sich konfirmieren. Es ist gewiss eines der beliebtesten kirchlichen Feste. In der Bibel kommt die Konfirmation allerdings nicht vor. Aber sie ist fester Bestandteil evangelischer Frömmigkeit, in Württemberg schon seit 1723. Ein möglicher Grund für die Beliebtheit: Man kann die Konfirmation aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten. So können viele Menschen ihre persönlichen Vorstellungen wiederfinden und trotzdem gemeinsam ein Fest feiern. Früher war mit der Konfirmation die Kindheit zu Ende und man war erwachsen. Heute ist dieser Übergang fließend geworden und für die Konfirmierten ändert sich wenig. Dagegen empfinden viele Eltern diese Zeit als einen tiefen Einschnitt in der Beziehung zu ihren Kindern. Diese Veränderung ist mit Hoffungen und Ängsten verbunden. Wie auch bei der Taufe können sich die Eltern bei der Konfirmation vergewissern: Gott begleitet mein Kind auf seinem Lebensweg. Dabei übernimmt auch die Gemeinde Verantwortung für die Kinder. Früher war die Konfirmation zugleich die Voraussetzung, um zum Abendmahl zugelassen zu werden. In einer Prüfung mussten die Konfirmanden erst beweisen, dass sie die wichtigsten Inhalte des Glaubens kennen. Inzwischen dürfen in der württembergischen Landeskirche auch Kinder am Abendmahl teilnehmen. Im Konfirmationsgottesdienst entscheiden die Jugendlichen selbst über ihre Haltung zu Glauben und Kirche. Die meisten wurden schon als Babys getauft. Auf Gottes Ja zum Täufling antworteten die Eltern und Paten stellvertretend mit ihrem Ja. Welche Bedeutung die eigene Entscheidung im Leben bekommt, diese Frage stellt sich jeden Tag neu. Die Konfirmation erinnert die Jugendlichen daran, dass Gott auf ihre eigene Antwort wartet und dass sie diese Antwort auf Gottes Zuwendung mit ihrem ganzen Leben geben sollen. Zugleich werden die Jugendlichen mit der Konfirmation auch zu weitgehend gleichberechtigten Mitgliedern der Gemeinde. So können sie zum Beispiel Taufpaten werden und schon mit 16 an den Wahlen zum Kirchengemeinderat und zur Landessynode teilnehmen.
Nicht zuletzt ist die Konfirmation auch ein Fest für die Familie. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden sind nun keine Kinder mehr und so ändert sich auch ihre Rolle in der Familie. Das kann ebenso ein Anlass zum Feiern sein wie die Dankbarkeit für den vergangenen Lebensabschnitt. Die Konfirmationen sind in der Regel an den drei Sonntagen vor Ostern oder drei Sonntagen vor Pfingsten. Der Konfirmandenunterricht ist in den Gemeinden unterschiedlich organsiert. Einige Gemeinden haben einen einjährigen Unterricht in der 8. Klasse, andere verteilen die Stunden über zwei Schuljahre. Zahlreiche Gemeinden in Heilbronn halten den Konfis nach dem Modell KU 3/8, d.h. die Kinder werden in der 3. Klasse zu einem Vorkonfirmandenunterricht eingeladen, auf den dann in der 8. Klasse der eigentliche Konfirmandenunterricht stattfindet. Weitere Informationen erhalten Sie in ihrem jeweilgen Pfarramt. |